Porsche 911 GT3 S/C Fahrbericht

Porsche 911 GT3 S/C

S/C – wie Super-Cabrio

Porsche hat wieder neue Superlative gefunden für seine jüngste Sportwagen-Kreation: Der GT3 S/C ist aktuell der sportlichste und leichteste offene 911.

Text: Roland Löwisch   |   Fotos: zvg

Manchmal mag man kaum glauben, welche ­Derivate sich Porsche für seinen Dauerbrenner 911 ausdenkt. Aber es scheint noch genug Luft nach oben zu sein: Das neueste Modell ist der erste offene 911 GT3 mit vollautomatischem Cabriolet-Verdeck, jetzt vorgestellt mit dem Beinamen S/C. Der soll die Verwandtschaft mit dem 911 S/T verdeutlichen, ausserdem ist das Gesamtkunstwerk als Reminiszenz an den 911 Speedster von 2019 gedacht.

Mindestens drei Dinge machen den GT3 S/C besonders: Leichtbau, der GT3-typische Sechszylinder-Boxer als reiner Saugmotor und die Sechsgang-Handschaltung. Hinzu kommt, dass der GT3 S/C das einzige rein zweisitzige 911-Cabrio ist. Das alles soll nur einem Ziel dienen:  Fahrspass. 

Der Vierliter-Boxermotor im Heck leistet 375 kW (510 PS) und 450 Nm. Der hat keine Probleme mit dem 1497 Kilogramm schweren Sportler, der trotz des vollautomatischen Verdecks nur rund 30 Kilo mehr wiegt als der 911 Speedster der Generation 991. Sichtbar leicht zeigen sich Fronthaube, Kotflügel und Türen, weil sie aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CfK) gefertigt sind. Unter anderem die Stabilisatoren, Bremsen und Magnesium-Räder stammen vom 911 S/T. Der GT3 S/C beschleunigt in 3,9 Sekunden auf 100 km/h und erreicht ein Top-Tempo von 313 km/h.

Weil der 911 GT3 S/C im Gegensatz zum Urahn 911 Speedster keine Double-Bubble-Heckabdeckung trägt, konnten die Ingenieure das vollautomatische Leichtbau-Verdeck der 911er-Modellreihe nutzen. Durch die Verwendung von Magnesium-Flächenspriegeln ist eine Coupéhafte Dachwölbung des geschlossenen Stoffverdecks möglich. Es lässt sich dank eines hydraulischen Dachantriebs bis zu einem Tempo von 50 km/h in jeweils rund zwölf Sekunden öffnen und schliessen. Neben den beiden Spriegeln bestehen auch der vordere Dachrahmen sowie der Rahmen des Heckfensters aus Magnesium. Wer will, kann ein integriertes elektrisches Windschott gegen Zugluft nutzen. Auf Knopfdruck spannt es sich innerhalb von nur zwei Sekunden auf und lässt sich bis zu 120 km/h öffnen und schliessen.

Innen sind – ebenfalls wie im 911 S/T – Leichtbauteppiche sowie Leichtbautürtafeln mit Zuziehgriff aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CfK) verbaut. Wer auch in Sachen Sitze Gewicht sparen will, kann optional zu CfK-Leichtbau-Sportschalensitzen mit klappbarer Rückenlehne greifen. Serienmässig ist der Innenraum mit schwarzem Leder ausgeschlagen inklusive der Sonnenblenden und der A-Säulen-Verkleidung. 

Wer seinen 911 GT3 S/C optisch auffälliger haben will, kann zusätzlich das «Street Style ­Paket» ordern, zusammengestellt von der Porsche ­Exclusive Manufaktur. Es beinhaltet Dekorgrafiken auf den vorderen Kotflügeln sowie die ­«Porsche»-Schriftzüge an den Fahrzeugseiten in der Farbe Pyrored. An der Front fallen abgedunkelte HD-Matrix-Hauptscheinwerfer und in ­Wagenfarbe lackierte Airblades auf. Auch innen gibt es andere Farbakzente. 

Der Grundpreis beträgt CHF 303 800, was sich mit ein paar gezielten Extras natürlich noch kräftig nach oben schrauben lässt. Streng limitiert ist der GT3 S/C zwar nicht, gebaut wird er aber ­voraussichtlich nur als Kleinserie während einer begrenzten Zeit. Wer ernsthaft mit dem offenen GT3 S/C liebäugelt, sollte sich also nicht allzu viel Bedenkzeit gönnen.

Technische Daten

Motor: Sechszylinder-Boxer
Hubraum: 3996 ccm
Leistung: 375 kW/510 PS bei 9000 U/min
Max. Drehmoment: 450 Nm
Leergewicht: 1497 kg
Länge/Breite/Höhe: 4570/2033/1279 mm
Radstand: 2457 mm
Verbrauch kombiniert: 13,7 Liter
Emissionen kombiniert: 310 g/km
Sprint 0 – 100 km/h: 3,9 s
Vmax: 313 km/h
Preis: CHF 303 800

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