Mit der vollelektrischen Renault Alpine A390 bietet sie ab sofort einen bis zu 470 PS starken Crossover an

Renault Alpine A390

Französischer Lifestyle

Alpine sieht die Chance in der Nische: Mit der vollelektrischen A390  bietet sie ab sofort einen bis zu 470 PS starken Crossover für sportliche Familienväter und Familienmütter an.

Text: Roland Löwisch   |   Fotos: zvg

Man muss nicht unbedingt frankophil sein, um die A390 zu mögen – aber es hilft: Motoren aus dem Werk Cléon, Batterien aus ­Dunkerque, exklusive Reifen von Michelin, ein Audiosystem von Devialte und zusammengebaut wird alles im fast schon historischen Werk in Dieppe, Normandie. Und wer französischen Komfort immer noch mit soft abgestimmtem Fahrwerk verbindet, wird hier auch nicht enttäuscht.

Wobei: «Soft» ist übertrieben – die Abstimmung ist im «Norma»-Fahrmodus perfekt, aber nicht straff. Ungewöhnlich ist, dass sich das mit den weiteren Modi «Sport» und «Track» nicht ändert. Tatsächlich ist das Fahrwerk nicht elektronisch verbunden – die ­Federung arbeitet mit hydraulischen Anschlagspuffern und soll stets einen Kompromiss zwischen Komfort und Handling bieten.

Auch sonst ist so einiges ungewöhnlich bei der ersten viertürigen und ersten allradgetriebenen Alpine. Waren die frühen Alpine leicht und deshalb nicht übermässig stark, ist die 390 stark, aber mit rund 2,1 Tonnen Gewicht nicht mehr leicht. Im GT sorgen 400 PS für Vortrieb, erzeugt von drei Elektromotoren. Später gesellt sich noch eine GTS-Version hinzu, die bei exakt gleicher Konfiguration 470 PS zur Verfügung stellt. 

Sie steht auf der «AmpR Medium»-Plattform, die auch unter dem Renault Megane steckt. Das bedeutet einen Radstand von 2708 Millimetern, was Agilität unterstützt und trotzdem ausreicht, dass hinten zwei Personen gut reisen können – in der Mitte möchte dagegen eher niemand sitzen. Auf gut 4,6 Metern Länge ist Platz für einen ordentlichen Kofferraum, der dank Variabilität von 532 bis 1643 Liter Volumen schlucken kann. Eine fast ideale ­Gewichtsverteilung von 49 Prozent vorn und 51 hinten ist beinahe Sportwagenniveau. Das Gewicht wird elektronisch gut kaschiert, nur auf den letzten Metern vor Ende einer Bremsung merkt man die Fahrzeugmasse wirklich.

In Sachen Optik hat Alpine einen niedrig wirkenden und tatsächlich aerodynamisch gekonnten (Cw-Wert: 0,26) Tiefflug-SUV ­gestylt mit spezieller Lichtsignatur: An der Vorderseite soll eine Gruppe von beleuchteten Dreiecken namens «Cosmic Dust» an einen Kometen verweisen, der die Atmosphäre durchdringt. Das Heck schmückt ein hinterleuchteter Alpine-Schriftzug, umrahmt von fragmentierten Dreiecken. Dünne Lichtleisten vorne und hinten komplettieren den leuchtenden Auftritt. 

Und wie fährt sie sich? Auch ohne Beeinflussung des Fahrwerks knackig. Das liegt besonders in den Fahrmodi «Normal», «Sport» und «Track» neben geschickt abgestimmter elektronischer Stabilitätskontrolle ESC und Traktionskontrolle vor allem am patentierten «Alpine Active Torque Vectoring System». Das sorgt für eine aktive Drehmomentverteilung an der Hinterachse und zwischen allen drei Motoren, was auch in scharf gefahrenen ­Kurven eine optimale Traktion garantiert. Die Batterie-Kapazität beträgt übrigens 89 kWh, was eine WLTP-Reichweite je nach ­Radgrösse und Reifentyp von bis zu 551 Kilometern ­ergeben soll.

Ob einem die Alpine A390 GT 67 500 Euro wert ist und die GTS-Version 78 000 Euro, muss jeder für sich ausmachen. Sicher ist: Man bekommt dafür sehr viel französischen Lifestyle.

Technische Daten Alpine A390 GT/GTS 

Motor: drei E-Motoren
Leistung: 295/345 kW (400/470 PS)
Max. Drehmoment: 661/824 Nm
Antrieb: Allrad
L/B/H: 4615/1885/1532 mm
Radstand: 2708 mm
Leergewicht: 2124/2121 kg
Reichweite: ca. 551 km
Sprint 0-100 km/h: 4,8/3,9 Sek.
Vmax: 200/220 km/h
Preis: 67 500/78 000 Euro