Bei Hedin Automotive in Dielsdorf habe ich den neuen INEOS Grenadier Black Edition abgeholt und durfte den Offroader für eine ganze Woche testen. Selbstbewusst, kräftig, beeindruckend und einfach anders als andere SUVs – so steht er da. Wenn man ihn sieht, will man reinsitzen. Und wenn man einsteigt, will man diesen ehrlich-echten Geländewagen unbedingt fahren.
Text: Beat Frei | Fotos: zvg
Die Black Edition basiert auf der Fieldmaster-Ausstattung und ist ausschliesslich in «Inky Black» erhältlich – aussen ergänzt durch glänzend schwarze 18-Zoll-Leichtmetallräder, einen dunkel ausgeführten Kühlergrill, abgedunkelte Unterfahrschutzelemente und Privacy Glass. Eine Leiter zum Autodach, die 150 kg trägt – da kommen auch gewichtige Naturburschen hoch. Eine abschliessbare Ersatzradbox vervollständigt den Auftritt. Innen setzt sich das Thema «Schwarz» konsequent fort: Dachhimmel, Teppichboden, Ledersitze, alles in Schwarz. Kein Akzent, der dagegen anstiesse. Kein verspieltes Detail, das um Aufmerksamkeit bettelt.
Der Innenraum ist so, wie Funktionalität aussieht. Robuste Materialien, physische Schalter, kein Touchscreen-Klimbim. Das Cockpit orientiert sich an dem, was man wirklich braucht – und lässt alles andere einfach weg. Alles ist ohne Gebrauchsanweisung intuitiv bedienbar, alles ist klar bezeichnet. Eine wahre Freude für alle Feinde von langatmigen und erklärungsbedürftigen Bedienungsanleitungen.
Unter der Haube arbeitet ein bewährter turbogeladener BMW-Reihensechszylinder mit drei Litern Hubraum – als Benziner mit 286 PS oder als Diesel mit 249 PS, kombiniert mit einer 8-Gang-Automatik. Unser Testwagen kam als Benziner. Er schiebt souverän mit jenem breiten Drehmomentband, das man auf kurvigen Bergstrassen mehr schätzt als jede Spitzenzahl auf dem Datenblatt.
Die grösste Neuerung für 2026 merkt man subito. Erstmals kommt ein Lenkgetriebe mit variabler Übersetzung zum Einsatz: geradeaus ruhiger, in der Mitte direkter, insgesamt präziser. Auf der Landstrasse fährt der Grenadier damit spürbar stabiler, auf der Autobahn weniger nervös. Wer den alten Grenadier kennt, weiss, wovon die Rede ist – die frühere Lenkung arbeitete mit so viel Spiel, dass Geradeausfahren zur Handarbeit wurde. Das ist endgültig Geschichte. Dank verlängerter Lenkanschläge schrumpft der Wendekreis um rund zehn Prozent – in der Praxis etwa einen Meter. Auf engen Alpenpässen oder beim Rangieren im Dorf ist das kein statistischer Wert, das ist konkreter Alltag und macht den Grenadier auch hierfür tauglicher. Die Offroad-Performance, Verschränkung und Kletterqualitäten bleiben dabei unverändert. Auch die Klimaanlage, einst lauter als mancher Pistenfahrzeug-Motor, wurde mit neuer Steuerung, leiseren Lüftern und feinerer Regelung überarbeitet. Kleine Änderung, grosse Wirkung auf langen Etappen. Ein sehr angenehmes Fahren.
Übrigens: Alle Grenadiers kommen mit permanentem Allradantrieb, Starrachsen vorne und hinten sowie einem mechanisch schaltbaren Untersetzungsgetriebe mit sperrbarem Mittendifferenzial. Die befahrene Schotterstrasse hat es gewürdigt – kein Zögern, kein Schlupf, kein Drama. Der Grenadier Black Edition ist kein Fahrzeug, das man ausprobiert und dann vergisst. Er hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Wer sich für die Anschaffung entscheidet, bekommt dafür wohl den ehrlichsten Allradler auf dem Markt. Ohne Maske. Ohne Kompromiss. Mit enorm viel Platz – liegt das Ladevolumen hinter der Rückbank bei unglaublichen 1152 Litern (2035 Liter mit umgeklappter Rückbank). Und mit der Black Edition auch noch ganz in Schwarz.
Black Edition Station Wagon
Motor: 3,0 l Reihensechszylinder Benzin, 286 PS
Drehmomentband: 450 Nm verfügbar
zwischen 1750 und 4000 Umdrehungen
Getriebe: 8-Gang-Automatik ZF
Antrieb: permanenter Allrad
Preis: 97 900 Franken all in.
Kontakt
Test Drive INEOS Grenadier in Dielsdorf
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