Die bedeutendste Uhrenmesse der Welt brachte vom 14. bis 20. April 2026 in Genf auf einer Fläche von 84’000 m2 über 60 Marken mit 6000 Fachhändlern und 1750 Journalisten zusammen, dazu kamen noch 25’000 verkaufte Tickets während den Public Days und etwa 60’000 Hotelübernachtungen. Und natürlich ein paar der spannendsten Uhrenneuheiten des Jahres.
Text: Roger Rüegger/WatchAdvisor | Fotos: zvg
Die grossen Themen an der Watches and Wonders 2026 waren ultra-komplizierte (und entsprechend hochpreisige) Uhren, skelettierte und handwerklich anspruchsvolle «Métiers d’art»-Modelle sowie zahlreiche Jubiläen, darunter vor allem von Chopard (30 Jahre Manufaktur), IWC (50 Jahre Ingenieur SL und 90 Jahre Pilot’s Watches), Parmigiani Fleurier (30 Jahre), Patek Philippe (50 Jahre Nautilus und 30 Jahre Annual Calendar), Rolex (u.a. 100 Jahre Oyster), TAG Heuer (40 Jahre Formula 1), Tudor (100 Jahre), Ulysse Nardin (180 Jahre) und Vacheron Constantin (30 Jahre Overseas). Trotz der enormen globalen Bedeutung der Fachmesse für die Branche ist diese selbst aber nicht ganz repräsentativ: Breitling, Omega (wie sämtliche Marken der Swatch Group), F.P.Journe oder Richard Mille sind beispielsweise nicht vertreten, dafür ist mit Audemars Piguet eine der grossen Marken wieder in die Hallen der Palexpo zurückgekehrt.
Cartier beweist auch 2026, dass der Hype um die Uhren mit dem traditionellen Cabochon in der Krone gerechtfertigt ist. Unter anderem feiert die Roadster ihr Comeback und für die dem Flugpionier Alberto Santos-Dumont geschaffene Uhr gleichen Namens gibt‘s ein neues Armband mit 394 Gliedern. Das 43,5 x 31,4 mm grosse Modell ist in Gelbgold (Ref. CRWGSA0122), in Gelbgold mit einem Zifferblatt aus Obsidian (Ref. CRWGSA0123) und in Platin (Ref. CRWGSA0124) erhältlich. Wasserdicht ist die rechteckige Santos Dumont LM bis 30 Meter, als Werk kommt das Kaliber 430 MC mit Handaufzug zum Einsatz. Ab CHF 40’600.
Parmigiani Fleurier überträgt den Ansatz von absolutem Understatement auf den Chronographen. Die 40 mm grosse Tonda PF Chronographe Mystérieux ist eine Weltpremiere ohne Hilfszifferblätter, die eine Anzeige über das gesamte Zifferblatt mit einem zweiten Set Zeigern (in Rotgold) bietet, die nur bei Bedarf sichtbar werden (gesteuert über den Drücker bei 8 Uhr). Die bis 100 Meter wasserdichte Edelstahl-Variante (Ref. PFC908-1020001-100182) kommt mit einem blauen, handguillochierten «Grain d’Orge»-Zifferblatt, Werk ist das hauseigene PF053. CHF 36’900.
Die schnell wachsende Uhrenmarke aus Schaffhausen präsentierte zwei neue Streamliner-Modelle in
kompakteren Formaten – 34 (Ref. 6400-1200) und
28 mm (Ref. 6410-1200) in Edelstahl – beide mit
dem gleichen Anspruch: das Wesentliche einzufangen und die Proportionen für schmalere Handgelenke
zu überarbeiten. Das Stahlgehäuse ist unverkennbar und bewahrt alles, was die DNA der Kollektion ausmacht: schlanke Linien, natürliche Ergonomie und ein integriertes Armband, das komplett neu gestaltet wurde, um auch an den schmalsten Handgelenken perfekt zu sitzen. Die Wasserdichtigkeit bis 120 Meter gewährleistet, sind die Werke (HMC 400 und 410) mit einem automatischen Aufzug ausgestattet. CHF 21’900.
Fürs Zifferblatt der kleineren Streamliner werden Messingplatten von Hand graviert, anschliessend geprägt und zuletzt mit einem Lack-Finish in zwei leuchtenden Farbtönen versehen.
Mit der 46,5 mm grossen und bis 100 Meter wasserdichten Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar Ceralume (Ref. IW505801) hält die proprietäre Leuchtkeramik-Technologie von IWC Einzug in die Kollektion. Die imposante Fliegeruhr fasziniert mit zwei völlig unterschiedlichen Ausdrucksformen – bei Tageslicht mit feinen Nuancen aus Weiss und Grau, nachts verwandelt sie sich in ein blau leuchtendes Instrument, das erst recht nicht zu übersehen ist. Selbst das Werk (52616) ist mit Leuchtelementen bestückt und bietet ganze sieben Tage Gangreserve und einen ewigen Kalender. CHF 65’800.
IWC hat es geschafft, Leuchtmittel gleichmässig mit einem Keramik-Gehäuse zu verbinden. Die erste verfügbare Uhr ist zudem mit einem ewigen Kalender ausgestattet.
Das Genfer Traditionshaus erweitert die Cubitus-Kollektion um eine erste Grande Complication (Ref. 5840P-001) mit einem quadratischen, skelettierten Uhrwerk (28-28 Q SQU). Dessen Form mit abgerundeten Ecken fügt sich in die Kontur des Cubitus-Gehäuses ein und präsentiert sich als erstes Patek Philippe Kaliber in einer monochromen Ästhetik. CHF 150’000.
Die Genfer Manufaktur zeigte mit der Overseas Dual Time Cardinal Points, dass der Uhrenklassiker durchaus auch für Abenteuer in allen vier Himmelsrichtungen zu haben ist. Das 41 mm grosse Titan-Gehäuse hält das für zwei Zeitzonen ausgerichtete Kaliber 5110 DT/3 bis zu 150 Meter Tiefe trocken, zum integrierten Metallband gibt‘s noch farblich passende Kautschukbänder, die sich ohne Werkzeug montieren lassen. Die neue Uhr ist in vier Zifferblattfarben erhältlich, die jeweils eine der Kardinalpunkte und eine andere Landschaft repräsentieren: Weiss (Ref. 7930V/210T-H073) steht für den eisigen Norden, Braun (Ref. 7930V/210T-H072) symbolisiert den Süden, Grün repräsentiert den Westen und erinnert an tiefe Wälder und tropische Dschungel und Blau (Ref. 7930V/210T-H074) symbolisiert eine Reise zum östlichen Horizont, wo Meer und Himmel aufeinandertreffen. CHF 33’700.
Das auffällige Jubiläums-Zifferblatt der Oyster Perpetual 36 (Ref. 126000) ist eine Neuinterpretation des Jubilee-Motivs, das Ende der 1970er-Jahre eingeführt wurde. Dabei werden die Buchstaben des Namens «Rolex» in zehn Farbtönen miteinander verbunden. Das Edelstahlgehäuse des Klassikers ist bis 100 Meter wasserdicht, Werk ist das 3230. CHF 6000.
Mehr über hochwertige mechanische Uhren unter