Zürcher Tierschutz

Wie viel Tierleid steckt im Futternapf?

Wer Tiere gern hat, möchte auch beim Kauf von Tierfutter verantwortungsvoll handeln. Viele achten deshalb auf Produkte aus biologischer Tierhaltung oder bevorzugen Schweizer Herkunft. Doch was die wenigsten wissen: Neben den Nutztieren leiden oft auch Versuchstiere fürs Futter. 

Text: Zürcher Tierscutz   |   Fotos: zvg

Fütterungsversuche für Tierfutter

Für neuartige Futtermittelzusätze verlangen Be­hörden Sicherheits- und Wirksamkeitsnachweise. Dies betrifft Inhaltsstoffe, denen beispielsweise eine besondere Wirkung auf Verdauung, Gelenke oder Immunsystem zugeschrieben wird. Um solche Versprechen wissenschaftlich belegen zu können, werden Fütterungsstudien in spezialisierten Versuchslabors durchgeführt. Für diese Studien ­erhalten Tiere über Monate hinweg ein bestimmtes Produkt. Erfasst werden Futteraufnahme, Blut­werte oder Verdauungsparameter. Dafür finden in der Regel mehrfache Untersuchungen und Eingriffe wie Blutentnahmen statt. Wissenschaftlich ist ­dokumentiert, dass selbst milde Eingriffe bei den Tieren Stress auslösen. Dieser entsteht bereits beim Herausnehmen aus den Käfigen und beim Fest­halten. Zudem sind die Haltungsbedingungen in solchen Versuchseinrichtungen oft prekär.

Tiere sterben für Futterzulassung

In vielen vorgeschriebenen Prüfverfahren sind am Ende Organuntersuchungen vorgesehen, für die Tiere getötet werden. Nicht jede Studie endet so, doch insbesondere bei Zulassungs- oder ­Sicherheitsprüfungen ist dies häufig der Fall. 
Je spezifischer das Produktversprechen, beispielsweise «sorgt für ein glänzendes Fell», desto wahrscheinlicher ist es, dass entsprechende Studien zur Überprüfung dieser Wirkung durchgeführt ­wurden. Für Tierhalter*innen stellt sich deshalb die Frage: Wie erkenne ich ein Produkt, das gesund für mein Tier, wissenschaftlich fundiert und ­zugleich ethisch vertretbar ist?

Tierfreundliche Entscheidungen treffen

Seriöse Hersteller legen offen, ob sie Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben. Wer ausweichend antwortet oder keine klaren Angaben macht, liefert damit ein wichtiges Indiz für mangelnde Transparenz. 
Für Tierfutter allgemein gilt: Ein Blick weg vom Marketing hin zur Zutatenliste lohnt sich. Hochwertige Ernährung definiert sich nicht über Schlagworte, hübsche Tierbilder oder edle Verpackungen, sondern über eine bedürfnisgerechte Zusammensetzung und eine klare Deklaration. Ein gutes Alleinfuttermittel ohne viele Zusatzstoffe erfüllt seinen Zweck in der Regel. Ist Ihr Tier auf Spezialfutter angewiesen, können Sie vor dem Kauf die verschiedenen Anbieter vergleichen und bei den Herstellern oder dem Verkaufspersonal weitere Auskünfte einholen.
Tierliebe zeigt sich nicht nur im Umgang mit den Tieren, sondern auch bei Kaufentscheidungen. Es lohnt sich, kritisch zu sein. 

Das können Sie konkret tun:

  • Greifen Sie auf bewährte Rezepturen mit etablierten Inhaltsstoffen zurück, für die keine weiteren Zulassungsstudien nötig sind. 
  • Prüfen Sie im Internet, wie der Futterhersteller zu Tierversuchen steht und fragen Sie im Zweifelsfall nach. 
  • Schauen Sie die Zutatenliste an und wählen Sie ein Tierfutter, das ohne viele Zusatzstoffe auskommt.
  • Verzichten Sie auf neuartiges Trendfutter, wenn Ihr Tier gesund ist.
  • Sprechen Sie einen Wechsel zu Spezialfutter mit Tierärztin/Tierarzt ab und vergleichen Sie die Optionen.

 

Wer nachfragt, Transparenz einfordert und sich für tierversuchsfreie Produkte entscheidet, stärkt die Nachfrage nach tierfreundlichen Produkten und trägt zu mehr Tierwohl bei. 

Weitere Tipps, um Tierversuche zu vermeiden, finden Sie hier: 
www.zuerchertierschutz.ch

Zürcher Tierschutz

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