Frösche, Kröten und andere Amphibien gehen mehrmals im Jahr auf Wanderschaft. Dabei werden Hundertausende von ihnen überfahren oder fallen in Abfluss- und Lichtschächte. Der Zürcher Tierschutz zeigt, wie Sie den Tieren helfen können.
Text: Zürcher Tierschutz | Fotos: Adobe Stock / zvg
Im Kanton Zürich leben 15 Amphibienarten. Angefangen bei den häufigen Grasfröschen oder Bergmolchen über die Feuersalamander bis hin zu den selteneren Gelbbauchunken, Geburtshelferkröten oder Kammmolchen. Bereits Ende Februar werden die ersten von ihnen wieder auf Wanderschaft gehen. Amphibien überwintern in frostfreien Unterschlüpfen im Wald. Von da machen sie sich Anfang des Jahres zu ihren Laichgewässern auf, um sich fortzupflanzen. Kurz nach der Eiablage ziehen sie weiter in den Sommerlebensraum, einige Wochen später kommen die Jungtiere nach. Im Herbst machen sich dann alle auf die Suche nach einem Überwinterungsplatz. Die Amphibien sind also einen guten Teil des Jahres unterwegs.
Auf ihren Wanderungen sind die Tiere zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Besonders gefährdet sind die sogenannten Explosionslaicher – die Arten, die in den kommenden Wochen innerhalb eines kurzen Zeitraums und in grosser Zahl wandern. Jedes Jahr werden zahllose von ihnen Opfer des Strassenverkehrs. Achten Sie darum im Februar und März besonders an regnerischen Abenden auf Amphibien auf der Strasse. Versuchen Sie diese gegebenenfalls zu umfahren und bleiben Sie unter 30 km/h. Ansonsten sterben die Tiere unter dem Auto am entstehenden Unterdruck, selbst wenn sie nicht direkt unter die Räder kommen. Auch mit dem Velo oder zu Fuss sollten Sie auf die langsamen Amphibien achtgeben.
Doch auch die Wasserabflüsse entlang der Strassen können für Amphibien zu tödlichen Fallen werden. Die Tiere folgen dem für sie unüberwindlichen Randstein und plumpsen durch den Gullydeckel in den Abflussschacht. Dort bleiben sie gefangen, werden bei der Schachtreinigung abgesaugt oder enden in der Kläranlage. Auf privaten Grundstücken finden sich viele Lichtschächte, etwa für Kellerfenster, bei denen die Tiere ebenfalls durch die Abdeckgitter fallen. Das ist besonders in der zweiten Jahreshälfte der Fall, wenn die Wanderung der Amphibien weniger zielgerichtet ist als im Frühjahr. Weil sie an den glatten Wänden nicht hochklettern können, verdursten, verhungern oder vertrocknen sie in den Schächten elendiglich. Schweizweit sterben laut Schätzungen jährlich Hundertausende Amphibien auf diese Weise.
Um den Tieren zu helfen, können Ausstiegshilfen montiert werden, die das Herausklettern möglich machen. Diese bestehen normalerweise aus einer Rampe aus Lochblech oder einem senkrecht hängenden Kletternetz aus Kunststoff (Terramat). Seit 2023 bietet der Zürcher Tierschutz solche Froschleitern kostenlos an. Bislang konnten schon mehr als 300 Bausätze verschickt werden, in zahlreichen weiteren Fällen brauchte es eine individuelle Beratung und Lösung. Gibt es auch auf Ihrem Grundstück Frösche und Molche, die gerettet werden könnten? Dann melden Sie sich bei uns (siehe Kasten).
2025 haben wir zudem mit der Entwicklung einer neuen Ausstiegshilfe begonnen, die nicht zuletzt ökologischer und nachhaltiger produziert werden kann. Nach intensiven Materialrecherchen testen wir nun zwei Prototypen aus natürlichen Materialien. Wir hoffen, die neuen Froschleitern schon auf die Herbstwanderung hin anbieten und so noch viele weitere Frösche, Kröten, Salamander und Molche retten zu können.
Befinden sich an und um Ihr Haus Licht- oder Wasserschächte? Dann senden Sie uns davon ein Foto. Wir schauen es uns an und falls eine Ausstiegshilfe sinnvoll ist, senden wir Ihnen kostenlos einen Bausatz zu.
Alle Informationen zum Projekt finden Sie unter:
zuerchertierschutz.ch/froschleiter-see
Zürcher Tierschutz
Der Zürcher Tierschutz setzt sich für den Schutz von Haus-, Nutz-, Wild- und Versuchstieren ein. Als gemeinnütziger Verein finanziert er sich ausschliesslich durch Spendengelder.
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