GX42: ein neuer Name im Superyacht-Markt

Der erste grosse Härtetest

Die Superyacht-Branche lebt von Traditionen. Neue Werften haben es schwer, sich gegen ­Namen durchzusetzen, die seit Jahrzehnten den Markt prägen. GX Superyachts wagt ­dennoch den Einstieg – und setzt dabei nicht auf immer mehr Grösse oder ­spektakulärere ­Formen, sondern auf ein Konzept, das Luxus, Design und Nachhaltigkeit miteinander verbinden soll. Mit der 42 Meter langen GX42 steht nun die erste Yacht der jungen Marke kurz vor ihrer ­Premiere.

Text: Matt. Müncheberg   |   Fotos: zvg

Mit ihrer ersten Yacht geht die junge Werft GX ­Superyachts in die entscheidende ­Phase. Die 42 Meter lange GX42 befindet sich kurz vor ihrer Fertigstellung und soll im Sommer 2026 zu Wasser gelassen werden. Ihre Weltpremiere ist für die Monaco Yacht Show im September geplant – dort muss sich der Newcomer erstmals gegen etablierte Namen der internationalen Superyacht-Branche behaupten. 

Der Markteintritt erfolgt selbstbewusst. Obwohl GX Superyachts erst vor kurzer Zeit gegründet ­wurde, steht hinter der Marke ein erfahrenes Team aus dem Yachtbau. Die GX42 ist dabei weit mehr als nur das erste Modell einer neuen Werft. Sie versteht sich als technologischer und gestalterischer Massstab für eine komplette Modellfamilie, die bereits um weitere Projekte mit 35, 38, 45 und 50 Metern erweitert werden soll. 

Die Werft setzt bewusst auf einen anderen Ansatz als viele klassische Superyacht-Hersteller. Statt spektakulärer Formen oder extremer Grösse stehen Effizienz, Nachhaltigkeit und Langstreckentauglichkeit im Mittelpunkt. Die flache Silhouette, das moderne Raumkonzept und ein konsequent auf energieeffizientes Reisen ausgelegtes Gesamtkonzept positionieren die GX42 in einem Marktsegment, das zunehmend nach umweltverträglicheren Lösungen sucht, ohne auf Komfort verzichten zu wollen.

Im Inneren prägt der italienische Designer Marco Casali den Charakter der Yacht. Naturmaterialien wie Nussbaumholz treffen auf helles Leder, hochwertige italienische Stoffe und eine bewusst zurückhaltende Gestaltung. Das Ergebnis ist keine klassische Repräsentationsyacht, sondern ein hochwertiges, wohnliches Ambiente für längere Aufenthalte an Bord.

Der Bau befindet sich inzwischen auf der Zielgeraden. Die Gästebereiche und der Maschinenraum sind weitgehend fertiggestellt, derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf die Eignersuite, den grosszügigen Salon sowie den Ausbau des Sonnendecks mit grossem Jacuzzi und massgefertigten Möbeln. Parallel werden die elektronischen Systeme und die Brückentechnik installiert. 

«Der Baufortschritt der GX42 liegt exakt im Zeitplan. Mit dem Innenausbau erreichen wir nun die spannendste Phase, in der die Yacht endgültig Gestalt annimmt», sagt Maurizio Magri, Chief ­Commercial Officer von GX Superyachts. Die Premiere auf der Monaco Yacht Show werde für das gesamte Team «ein Moment grossen Stolzes» sein. 

Der Unternehmenssitz von GX Superyachts befindet sich in Sečovlje (Sicciole) in Slowenien, unmittelbar an der slowenisch-kroatischen Grenze und nur wenige Kilometer von Portorož entfernt. Hinter der Marke steht die Firma SVP Yachts d.o.o., die auch die bekannte Marke Greenline Yachts betreibt. Gebaut wird die GX42 jedoch bei SES Yachts im Werftstandort Tuzla, einem der bedeutendsten Yachtbauzentren der Türkei südöstlich von Istanbul. 

GX Superyachts hatte sich nach einer europaweiten Suche bewusst für den rund 50 Jahre alten Familienbetrieb als Baupartner entschieden. Dort wurden zunächst der Aluminiumrumpf und der Aufbau gefertigt und zusammengefügt; derzeit befindet sich die Yacht dort im Endausbau. Dass die slowenische Werft in der Türkei bauen lässt, dürfte vor allem logistische Gründe haben. 

Gründer Vladimir Zinchenko produziert die Greenline-Yachten zwar seit vielen Jahren im slowenischen Begunje, doch für 40- bis 50-Meter-Superyachten wäre der Transport von dort an die Adria kaum praktikabel. Zinchenko beschreibt selbst die schwierige Strecke mit zahlreichen Tunneln und Brücken. Deshalb entschied sich GX Superyachts für eine Partnerschaft mit SES Yachts in Tuzla, wo grosse Aluminium-Superyachten direkt am Wasser gebaut werden können.

Designer Marco Casali sieht in der GX42 einen besonderen Meilenstein: «Diese erste Yacht von GX Superyachts ist ein echtes Manifest für Qualität», sagt er mit Blick auf die hohen Ansprüche an Verarbeitung und Detailausführung. 

Ob sich GX Superyachts dauerhaft unter den renommierten Werften etablieren kann, wird sich erst nach der Indienststellung der ersten Schiffe zeigen. Das Konzept der GX42 trifft jedoch einen klar erkennbaren Trend der Branche: Immer mehr Eigner verlangen nicht nur nach luxuriösem Komfort, sondern ebenso nach grösserer Reichweite, höherer Energieeffizienz und einer nachhaltigeren Form des Superyacht-Reisens. Genau hier will die junge Werft ihren Platz im internationalen Wettbewerb finden.

«Nachdem wir 250 000 Seemeilen zurückgelegt und 16 Jahre Erfahrung mit Hybridantrieben für die Luxusyachtbranche gesammelt haben sowie Erkenntnisse aus über 1000 ausgelieferten Yachten, freuen wir uns, unsere Expertise in unsere neue Superyacht-Reihe einzubringen und damit verantwortungsvolles Yachting und echten Komfort zu verkörpern», sagt CEO Vladimir Zinchenko selbstbewusst. 

Nachdem im Sommer die technische Fertigstellung, Indienststellung und Übergabe an den ­Eigner erfolgen soll, wird die Yacht anschliessend mehrere Wochen im Einsatz im westlichen Mittelmeer sein. Vom 23. bis 26. September 2026 feiert die neue GX42 dann offizielle Welt­premiere auf der Monaco Yacht Show 2026. 

Weitere Infos
gx-superyachts.com


Der Abdruck dieses Beitrags erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Mari Team-Verlags, der Erstabdruck erfolgte in MEER & YACHTEN 3-26, Heft bestellen / abonnieren: meerundyachten.de/shop