Die neue Riva 58ʼ Capri überzeugt mit einem sportlichen Herzen und gehobener Ausstattung. Sie ist gleichzeitig das erste Modell einer neuen Generation von «Open Yachts», die genau diese Sportlichkeit mit einer zeitlosen Eleganz vereinen sollen. SEESICHT ging in Cannes an Bord.
Text: Matt. Münchberg | Fotos: Riva/Ferretti
Capri – welch passender Name für den neuesten Wurf aus der Riva-Werft in Sarnico, steht doch die namensgebende italienische Insel im Golf von Neapel für all die schönen Dinge, die das Leben so angenehm machen: den italienischen Sommer, die Sonne, das Meer und eine gewisse Leichtigkeit des Seins, die man auch kurz mit dem typisch mediterranen Lebensgefühl, der Dolce Vita, umschreiben kann.
Seit September des letzten Jahres nutzt auch Riva das so überaus positiv aufgeladene Wort für seinen neuesten Wurf, die Riva 58ʼ Capri; im Markenkontext soll das – analog zur Bildwelt rund um den Namen «Capri» – auch hier vor allem für italienischen Lifestyle und Glamour, für Prestige und Exklusivität stehen.
Das scheint passend, denn als Weiterentwicklung der 56ʼ Rivale, einer der bekanntesten offenen Motoryachten der Werft, und inspiriert vom grossen Erfolg des Designs der 68ʼ Diable, soll das neue Modell eine völlig neue Generation von Sportyachten einläuten. Es richte sich an «Eigner, die die Kraft einer reinen, offenen Yacht mit dem Komfort einer grösseren Yacht verbinden wollen», heisst es aus der Werft.
Das ist kein leeres Versprechen: Als wir die 17,27 m lange und maximal 4,74 m breite Beauty betreten, fällt sofort auf, dass die Innenausstattung nicht nur funktional und perfekt abgestimmt ist, sondern dass unter Deck überraschenderweise viel mehr Platz zur Verfügung steht, als man auf den ersten Blick von aussen vermuten würde.
Neue Materialien und Farben stehen zur Wahl, und der Interessent hat die Wahl zwischen hellen, matten und dunklen, polierten Hölzern. Das charakteristische Holz der ersten Einheit ist hochglänzendes Chocolate-Wenge, das sich mit Spiegelflächen und Edelstahldetails abwechselt und so dieses besondere Raumgefühl noch verstärkt.
Der Hauptbereich bildet eine elegante Lounge-Essecke mit einem komfortablen, L-förmigen Sofa an der Steuerbord-Reling, ergänzt durch einen L-förmigen Hocker und einen Couchtisch mit aschfarbenen Lederdetails. Gegenüber an Backbord bietet der grosszügige Stauraum mit verspiegelten Rauchglas-Flächen Platz für den Fernseher. Die weiter vorn liegende Pantry verfügt über eine Arbeitsfläche aus Corian. Das praktische und diskrete Gäste-WC befindet sich ebenfalls am Eingang zu diesem Bereich.
Der Schlafbereich besteht aus drei Kabinen, die das gleiche Farb- und Materialspiel wie der Salon aufgreifen. Die achtern gelegene Eignerkabine besitzt eine intime, elegante Atmosphäre, in der jedes Detail sorgfältig gestaltet wurde, um den verfügbaren Raum optimal zu nutzen. Das Bett ist quer angeordnet und wird von zwei seitlichen Kleiderschränken eingerahmt.
Das Badezimmer mit weisser Corian-Arbeitsplatte und weissem Waschbecken wirkt durch die Schiebetür aus Rauchglas heller und luftiger. Die geräumige, lichtdurchflutete VIP-Kabine im Bug verfügt über ein eigenes Bad.
Das Hauptbadezimmer ist mit einer Dusche ausgestattet, während die dritte Kabine in der Standardausführung für das einzige Crewmitglied vorgesehen ist und über ein eigenes Bad sowie direkten Zugang zum Cockpit verfügt, was Privatsphäre und Funktionalität gewährleistet. Auf Wunsch kann diese Kabine in eine Gästekabine mit zwei Etagenbetten und direktem Zugang vom Flur auf dem Unterdeck umgewandelt werden.
«Die Riva 58ʼ Capri ist die
ideale Yacht für entspannte
Tagesausflüge.»Mauro Micheli
Aussen zieht die neue Riva 58ʼ Capri die Blicke durch ihre zeitlos-klassische und dennoch modern-elegant daherkommende Silhouette auf sich. Diese wird durch das markante, feststehende Verdeck definiert, das sich harmonisch in die schlanken, skulpturalen Linien des Rumpfs einfügt und so ein modernes Flair vermittelt. Gleichzeitig verleiht es der Yacht einen Hauch von Glamour und unterstreicht ihre Persönlichkeit.
Wie alle Riva-Kreationen der letzten 30 Jahre wurde auch das neue Boot von Mauro Micheli und Sergio Beretta, den Gründern von Officina Italiana Design, in Zusammenarbeit mit dem Strategic Product Committee unter der Leitung von Piero Ferrari und der Entwicklungsabteilung der Ferretti Group entworfen.
Der in Shark Grey mit Details in Bright Black lackierte Rumpf verfügt über einen fast bis zum Bug reichenden Glasstreifen, der die Fenster und Bullaugen verdeckt und dem Boot Dynamik und eine starke Persönlichkeit verleiht. Die seitlichen Lufteinlässe sind in der gleichen Farbe wie der Rumpf gehalten und unterstreichen die elegante Linienführung.
Die Achtergarage bietet Platz für ein Williams 325 Turbo Jet Beiboot. Drei Stufen führen beidseitig der Hecktür aus Kohlefaser zum Cockpit. An Backbord sind diese Stufen teilweise unter Wasser, wenn die Badeplattform abgesenkt ist. Dadurch werden weitere Stufen sichtbar, die einen bequemen Ein- und Ausstieg ermöglichen.
Das Cockpit bildet den Mittelpunkt des Bordlebens und empfängt die Gäste in einem grosszügigen, vom Verdeck geschützten Raum. Die grosse, zentrale Sonnenliege achtern ist mit einem nach vorn ausgerichteten Sitz ausgestattet. Links davon befinden sich ein L-förmiges Sofa mit einem ausziehbaren Tisch und ein ebenfalls L-förmiges, erhöhtes Tagesbett. Eine Bar an Steuerbord mit Spüle, Eiswürfelbereiter und optionalem Kühlschrank vervollständigt den geselligen Bereich.
Daran schliesst sich der Steuerstand mit digitalen Instrumenten und zwei Simrad-Touchscreen-Monitoren an – einem 12-Zoll- und einem ultrabreiten 15-Zoll-Display – sowie optional einem dritten 12-Zoll-Bildschirm. Hier ist man Herr über die zwei MAN V8-1000-Motoren (Standard), die 735 kW (1000 PS) bei 2300 U/min leisten und eine Höchstgeschwindigkeit von 33 kn (61 km/h) sowie eine Reisegeschwindigkeit von 27 kn (50 km/h) ermöglichen können sollen.
In der optionalen Version (unser Testboot) sollen zwei MAN V8-1200-Motoren mit jeweils 882 kW (1200 PS bei 2300 U/min) das CE-A-zertifizierte Boot (Hochsee) sogar auf eine Höchstgeschwindigkeit von 37 kn (68,5 km/h) und eine Reisegeschwindigkeit von 31 kn (57,4 km/h) antreiben können, hiess es aus der Werft.
Und tatsächlich: bei unserem Sea-Trial vor Cannes knackten wir bei 2330 U/min die versprochenen 37 kn, der Verbrauch lag jedoch bei High-Speed bei 450 l. Bei 30 kn (55,5 km/h, 1995 U/min) verbrauchte das Boot immer noch 360 l, bei 25 kn (46,3 km/h) und 1800 U/min sank der Verbrauch deutlich auf 272 l und erst bei einem Speed von 20 kn (37 km/h, 1600 U/min) näherte sich der Verbrauch der 200 l-Marke.
«Die Riva 58ʼ Capri ist die ideale Yacht für entspannte Tagesausflüge», sagen Mauro Micheli, Chefdesigner, und Sergio Beretta, CEO von Officina Italiana Design. «Wir stellen sie uns auch als perfektes Beiboot für eine Villa am Meer vor»; sie eigne sich «gleichermassen für kurze Törns» und biete «höchsten Komfort und Liebe zum Detail – die Markenzeichen der beständigen Raffinesse von Riva».
Weitere Infos
riva.com
Der Abdruck dieses Beitrags erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Mari Team-Verlags, der Erstabdruck erfolgte in MEER & YACHTEN 2-26, Heft bestellen / abonnieren:
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