Alte Formen neu aufgelegt
Viele Hersteller zeigten Neuauflagen von bereits bestehenden Entwürfen oder rückten verborgene Schätze in den Vordergrund. Klassiker wurden den modernen Bedürfnissen angepasst und in aktualisierter Form neu präsentiert. Dabei dominieren weiche, rundliche Formen, die Leichtigkeit und Transparenz suggerieren. Sideboards sind modularen Kistensystemen gewichen. Feine, leichte Holzgestelle aus Massivholz erinnern an den Jugendstil.

Cassina, 675 MARALUNGA 40-MAXI. 45 Jahre nach der Vorstellung des ersten Modells wird das Maralunga-Angebot erneut erweitert.

Cassina, 553 BOWY-SOFA. Inspiriert durch die 70er-jahre.

 

Natürliche Materialien
Weiterhin im Trend liegen natürliche Materialien. Durch eine Veredlung der Oberfläche (gebürstet, Softtouch) und einer spannenden Verarbeitung (Handtuft, gewoben) ist das ursprüngliche Material nochmals spürbarer geworden. Beim Holz wird, wie bereits in den vergangenen Jahren, Eiche favorisiert, gefolgt von Nussbaum.
Auch Esche und gebleichte Buche sind vermehrt zu sehen. Das Comeback des Jahres feiert das Joncgeflecht, vor allem in neuen Entwürfen oder als formale Interpretation in Leder.
Marmor wird diese Saison noch viel exzessiver eingesetzt als im vergangenen Jahr – zudem wurde sein Einsatzgebiet erweitert. Neben Abdeckungen, Boden- und Wandverkleidungen werden nun auch Möbelfronten und schon in Holz gefertigte Elemente aus Stein angeboten. Auch farbenfrohe Kunststeine und Terrazzo sind zurück auf der Design-Bühne. Bei den metallischen Oberflächen sorgen Schwarzchrom sowie brüniertes und naturbelassenen Messing für Aufsehen.

Classicon, der Aërias Chair von Tilla Goldberg / Ippolito Fleitz Group. ist ein Wandler zwischen den Welten: Uraltes traditionelles Flechthandwerk, umgesetzt in elegantem Leder aus der Haute Couture, trifft auf Hightech mit CNC-Maschinen gefrästem Holz. Das vertraute Muster des Wiener Geflechts wird mit einem veränderten Massstab und Leder als Flechtmaterial neu interpretiert.

Classicon, Bow Coffee Table. Eine weitere Produktneuheit 2018 ist der Bow Coffee Table des brasilianischen Architekten und Designers Guilherme Torres.

Einige Herstellern verwenden geschmiedetes oder gegossenes Eisen. Auch im textilen Bereich sind natürliche Materialien absolut angesagt! Velour – uni wie auch meliert – ist sehr hoch im Kurs!

Wittmann Sofa. Drehung, Wende, Rückkehr – dies sind die Bedeutungen des spanischen Wortes Vuelta. Spielerisch dreht sich die Rückenlehne um die Ecke, wird zur Armlehne, setzt sich fort um den Sitzenden – oder Liegenden – zu umschliessen, wie in einer Umarmung. Die besondere Form wird durch handwerklich perfekt verarbeitete Nahtbilder gegliedert, wie eine Reminiszenz an Josef Hoffmann.

 

Spannende Materialverbindungen
Kaum sichtbare Holz- und Metall- sowie spannende Materialverbindungen aus Holz, Leder und Kunststoffen kreieren abwechslungsreiche Details. Auch im Metallbereich werden Konstruktionen zum Verschwinden gebracht und wirken somit leicht und nahezu schwebend. Besonders kreativ sind die Konstruktionen bei Stühlen.

Zeitraum OKITO Stuhl, Läufer + Keichel, 2018. Die ästhetische Materialverbindung in minimalistischer Form Durch den geringen Materialeinsatz wiegt der OKITO Stuhl weniger als 5 Kilo. Das Herzstück des Stuhls ist der Sitz aus Massivholz.

 

Nachtblau, Blutrot, Tannengrün: Kräftige Farben dominieren
Farblich darf es wieder kräftiger sein: Pastelle-Türkis und Petrol sind einem dunklen Stahlblau oder Aqua-Farbton gewichen, Nachtblau, Schwarz und Bordeaux werden mit Nussbaum kombiniert. Rose, Altrosa sowie sattes, edles Blut- bis Dunkelrot gemischt mit Orange und Mango und dunkles Tannengrün dominieren die diesjährige Farbwelt. Als dekorativ eingesetzte Farben liegen leuchtendes Gelb und bläuliches Grün im Trend – meist nicht hochglänzend, aber schillernd mit viel Velours. Auch die steinernen Oberflächen werden farbiger, strukturierter und zeigen die Wunder der Natur.

Paola Lenti, Taol, Design: F. Rota.

 

Matte Holzoberflächen, schillernde Textilien
Hölzerne Oberflächen zeigen sich aktuell matt lackiert oder geölt. Dabei wird die Holzstruktur bei Eiche und Esche vielfach durch Bürsten zusätzlich betont. Auch metallene Oberflächen wie Messing oder Bronze sind matt gehalten.
In krassem Gegensatz dazu stehen hochglänzendes Schwarzchrom und Gold. Insbesondere bei lackierten Oberflächen wird mit Glanzgraden gespielt, die optische Dreidimensionalitäten erzeugen. Im textilen Bereich glänzt und schillert es durch Einsatz von sehr angesagtem Velours und Seide um die Wette. Marmoroberflächen erhalten einen matten Schliff oder schillern seiden.

 

Individuelles Wohnambiente
Wohnwände und Regalsysteme, auch als Raumtrenner, bleiben ein grosses Thema. Filigrane Metallregale mit Regalböden aus Holz oder Naturstein sowie ganze Rückwände aus Holz schaffen ein warmes und individuelles Wohnambiente, fast wie in den 70igern – ein Hauch von Schrankwand Eiche rustikal...
Selbstverständlich werden auch moderne Details und Möglichkeiten wie versteckte Stromleisten für LED und neue Medien integriert. Das hochwertige Auftreten mit individuellen Elementen spart zudem die Wandgestaltung.

De Padova

Cassina, 560 BACK-WING. Die Struktur des Gestells, das vollkommen aus Esche-Massivholz gemacht ist, besteht aus Beinen und Streben mit grossen Basis-Querschnitten, die Solidität und Energie vermitteln.

 

Vintage is key!
Bei allen grossen Herstellern gilt auch 2018: Vintage und Reeditionen alter Klassiker spielen weiterhin eine grosse Rolle. Jedes Jubiläum wird genutzt, um Designklassiker mit modernen Materialien und angepasstem Design neu aufzulegen. Besonders beliebt dabei: der Stil der 60er und 70er Jahre. Er zaubert Gemütlichkeit und Geborgenheit ins Zuhause.

Minotti Historic Archive, Albert & Ile. Für die Designs von Albert&Ile wurde auf das Minotti-Archiv zurückgegriffen. Es handelt sich um ein Programm von Sitzen und Beistelltischen mit Vintage-Effekt, um Alberto zu ehren, den 1991 verschiedenen Gründer der Firma, und Ileana, seine Frau, die heute ehrenamtliche Präsidentin der Firma ist.

Vitra, Eames Fiberglass Chair. Der Eames Plastic Chair gehört zu den bedeutendsten Entwürfen im Möbeldesigndes 20. Jahrhunderts. In seiner langen Produktionsgeschichte wurde er immer wieder im Detail verbessert und an veränderte Umstände angepasst. Jetzt machen neue Produktionsverfahren es möglich, auf das ursprüngliche Material der Sitzschalen zurückzukommen: Der Eames FiberglasChair ist wieder da.

Knoll, Butterfly Chair. Zum 80. Jubiläum würdigt Knoll Design und Originalität mit einem einer SpecialEdition des Butterfly Chairs. Das Original war 1877 von Joseph B. Fenby für die britische Armee entworfen worden.

(Bilder und Text: zvg wohnbedarf wb ag)