Bilder Verschiebung ZYC: Felix Aeberli
Bilder und Texte Verschiebung «Pavillon of Reflections»: Hanspeter Graf (http://grafikfotos.ch)

 

Spektakuläre Verjüngungskur eines Zürcher Wahrzeichens

Das 100 Jahre alte Clubhaus des Zürcher Yacht Clubs (ZYC), übrigens das einzig schwimmende in der Schweiz, wurde um 5.30 Uhr von seiner Verankerung am General Guisan-Quai gelöst und auf die rund 35 Kilometer lange Reise an den Obersee geschickt.

Zwei seitliche Weidlinge sowie ein Schubschiff stiessen das Clubhaus mit 2-3 km/h entlang des Westufers und durch den Durchstich bei Pfäffikon in den Obersee bis nach Nuolen. Die Reise dauerte einen Tag.

Im Hafen Nuolen angekommen, wurde das Gefährt von Spezialisten der KIBAG in Empfang genommen. Während mehrerer Monate wird die marode Substanz am Clubhaus ausgetauscht. Die ganze Konstruktion wird renoviert. Im Oktober dieses Jahres soll die alte Dame in neuem Glanz wieder entlassen und als Blickfang des Seebeckens an der ebenso neuen Quaianlage zu liegen kommen.

 

 

Eine neue Insel vor dem Bellevue

Kaum haben sich die Wogen der Yachtclubhaus-Verschiebung gelegt, gab es neue Wellen. Diesmal quer über den See von der Badi Mythenquai ans Bellevue. Die riesige Holzkonstruktion ist Teil der Manifesta 11, die europäische Biennale für zeitgenössische Kunst, die vom 11. Juni bis 18. September in Zürich stattfindet.

27. Mai, 5.24 Uhr. Der «Pavillon of Reflections» ist bereit für die Reise ans andere Seeufer und dümpelt zwischen der Badi Mythenquai und dem Belvoir Ruderclub Zürich im kalten Wasser.

Auch andere Schwimmkörper werden zu Wasser gelassen. Die Sonne schickt dicht gefiltertes Morgenlicht durch eine schmierige Wolkendecke.

Klangfetzen aus «A te o cara, amor Talora» von Vincenzo Bellini, wehen über den See. Die Musik kennt man aus Fitzcarraldo (von Werner Herzog) und fast so schräg wie der schräge Klaus Kinski liegt die schwimmende Holzinsel im Wasser und wird in Richtung Bellevue bugsiert.

Kaum am Bellevue angelegt, lacht schon die Sonne und auch erste gwundrige Besucher und natürlich Journalisten sind da.

An Bord wurden Interviews aufgezeichnet und Spezialisten versuchten die Schlagseite zu beheben. Alles unter Beobachtung aufmerksamer Zeitgenossen und Frühaufstehern.