Der im Sommer 2014 verstorbene Ruedi Stüdeli war eine Persönlichkeit – nicht nur in Küsnacht: Als Pionier der Schweizerischen Raumplanung bekannt, engagierte er sich auch im Ruhestand für die Ortsplanung an seinem Wohnort Küsnacht. Manche Teilnehmer der Gemeindeversammlungen erinnern sich an seine klaren Voten, seinen Ideenreichtum und seinen unermüdlichen Einsatz. Was jedoch viele nicht wissen: Ruedi Stüdeli war ein begeisterter Maler. Seine Leidenschaft dafür entdeckte er nach seiner Pensionierung. In kurzer Zeit schuf er in seinem Atelier in Itschnach zahlreiche Bilder, insbesondere abstrakt-expressive, hin und wieder aber auch solche, die sich der Karikatur nähern. «Als Autodidakt hat er losgelegt, um seine Energie loszuwerden. Er malte ohne Vorbereitung sehr impulsiv und oft direkt aus der Tube aufs Blatt», erzählt Felix Thyes, der Stüdeli im Bürgerforum Küsnacht kennen und schätzen gelernt hat. Zusammen mit zwei Vertreterinnen der Höchhuus-Kommission, Bettina Stahel und Rebecca Gericke, hat Thyes Stüdelis Nachlass bearbeitet. Stüdeli hinterliess über 2000 Blätter, von denen nun rund 50 sowie eine Mappe in der Galerie Höchhuus zu sehen sind. Als Betrachter entdeckt man in seinen Werken immer wieder Parallelen zu Jackson Pollock, Joan Miró oder Sam Francis, seinen grossen Vorbildern.

Anwalt für sinnvolle Nutzung des Bodens
Rudolf Max Stüdeli wurde 1927 in Solothurn geboren. Er studierte die Rechte in Bern und Genf und erlangte die Patente als Anwalt und Notar. Nach Praxisjahren in der Verwaltung wurde er 1960 zum Zentralsekretär und später Direktor der Schweizerischen Vereinigung für Landesplanung berufen, mit Sitz in Zürich und danach in Bern. In dieser Funktion, die er 30 Jahre lang bekleidete, prägte er die räumliche Gestaltung unseres Landes sowie das Planungs- und Raumrecht. 1970 war er massgeblich an der Gründung der Schweizerischen Stiftung für Landschaftsschutz beteiligt und rettete zusammen mit Mitstreitern die einmalige Oberengadiner Seenlandschaft vor der totalen Überbauung. Vor seiner Tätigkeit in Bern wohnte Stüdeli mit seiner Gattin Ruth in Küsnacht, wo auch seine drei Kinder aufwuchsen. Nach seiner Pensionierung 1998 kehrte er in die Seegemeinde zurück. Er schloss sich dem in Entstehung begriffenen Bürgerforum an und engagierte sich als dessen Vizepräsident unter anderem bei Fragen rund um die Ortsplanung.