Der Verein LAKERIDE organisiert jeweils an einem Sonntag im August einen ganz besonderen Anlass. Gemeinsam mit privaten Sportbootbesitzern lädt er Menschen mit einer Beeinträchtigung zu einen Ausflug auf den See. Was vor einigen Jahren am Zürichsee im ganz kleinen Rahmen begann, ist bereits zu einer festen Grösse im Veranstaltungskalender geworden. Dieses Jahr folgten rund 200 Betroffene und ihre Familien bzw. Betreuer der Einladung, um mit dem Sportboot einen schönen Ausflug zu geniessen.

Behutsam wurden die Gäste mit teils schweren Beeinträchtigungen auf die verschiedenen Motorboote verteilt und schon konnte die rasante Fahrt beginnen. Während rund 1½ Stunden flitzten die Motorbootsbesitzer mit ihren Passagieren über den See und sorgten dabei für ganz viel Freudestrahlen und Begeisterung. Für einen Moment durften ihre Fahrgäste einfach nur geniessen, den kühlen Fahrtwind im Gesicht spüren und ihre Beeinträchtigung für einmal am Ufer zurücklassen.

«Viele Menschen mit einer Beeinträchtigung haben sonst nie die Möglichkeit, mit einem Sportboot zu fahren und dieses ganz spezielle Fahrgefühl zu geniessen», erklärt Daniel Flüeler vom Verein LAKERIDE, «und genau deshalb haben wir den LAKERIDE ins Leben gerufen. Wir möchten den Betroffenen ein Erlebnis schenken, das sie so schnell nicht mehr vergessen werden.»

Der Bootsbauer Mastercraft und die Stiftung Cerebral sind Hauptpartner des LAKERIDE. Die Stiftung Cerebral sorgt zudem dafür, dass die Menschen mit Beeinträchtigung behindertengerechte Toiletten etc. vorfinden. «Die Zusammenarbeit zwischen dem Verein LAKERIDE, den Veranstaltern vor Ort an den vier Schweizer Seen und uns als Partnern hat hervorragend geklappt», freut sich Thomas Erne, Geschäftsleiter der Stiftung Cerebral, «und wir möchten uns herzlich für dieses tolle Engagement bedanken!»

Auch Dieter Hofer von Mastercraft Schweiz zeigte sich begeistert: «Ich bin sehr stolz auf alle unsere Mastercraft-Fahrer, die sich und ihr Boot für diesen Tag zur Verfügung gestellt haben. Sie machen den LakeRide überhaupt erst möglich!»

Neben dem Zürichsee wurde diesen Sommer erstmals ein gesamtschweizerischer LAKERIDE mit drei weiteren Austragungsorten organisiert. Obwohl dort nicht auf Stammpublikum gezählt werden konnte, waren die Anlässe in Zug mit 40, Beckenried mit 50 und Caslano im Tessin mit 30 Gastfahrerinnen und -fahrern trotzdem sehr gut besucht. So meinte denn auch eine Mutter, die mit ihrem behinderten Sohn in Caslano am LAKERIDE teilgenommen hat: «Es war ein wunderschöner Tag heute und ich bin sehr berührt von der grossen Hilfsbereitschaft und dem Engagement all der freiwilligen Helferinnen und Helfer und der Bootsfahrer, die ihre Zeit und ihre Motorboote für diesen Anlass zur Verfügung gestellt haben. Ich finde es einfach wunderbar, dass der LAKERIDE den Menschen mit einer Beeinträchtigung für einen Tag lang das Gefühl gibt, mal so richtig im Mittelpunkt zu stehen und etwas Einmaliges zu erleben, das ihnen sicher noch lange in sehr guter Erinnerung  bleiben wird.»

Der Verein LAKERIDE konnte am Sonntag auch von viel Wetterglück profitieren. Anfang vergangene Woche sah der Wetterbericht nämlich noch alles andere als rosig aus. Daniel Flüeler: «Wenn es regnet oder stürmt, können wir den LAKERIDE aus Sicherheitsgründen nicht durchführen. Letztes Jahr war dies leider der Fall. Umso mehr freut es uns, dass wir diesmal Glück hatten und so viele Bootsbesitzer, aber auch behinderte Gastfahrerinnen und -fahrer mitgemacht haben.»

Am LAKERIDE werden jedes Jahr auch Spenden für einen guten Zweck gesammelt. Insgesamt sind so rund 15'200 Franken zusammengekommen. Dieses Geld wird für die Finanzierung eines behindertengerechten Spezialvelos verwendet, das im Tessin stationiert sein wird und behinderten Menschen und ihren Familien zur Miete zur Verfügung steht.

(Photos: zvg Lakeride & André A. Niederberger)