Seit mehr als 100 Jahren ist das Zürcher Familienunternehmen Bindella im Gastronomie- und Weinbereich tätig. Dabei stand – und steht noch immer – die bediente Gastronomie in Gaststätten mit viel Italianità im Fokus. Vor zwei Jahren ist man dem Ruf nach schneller, unkomplizierter und abwechslungsreicher Take-away-Verpflegung nachgekommen: mit der Eröffnung des Più in der Alten Sihlpost in Zürich, das auf Anhieb zum Grosserfolg wurde.

Die Beliebtheit des Pilotprojekts hat Bindella bewogen, die Chance auf einen Schwesterbetrieb im beliebten Ausgehviertel bei der SBB-Station Hardbrücke zu ergreifen. Auch im Più am Schiffbauplatz können Pendler morgens ab 9 Uhr zu ihrem Espresso oder Cappucino italienische Pasticceria-Spezialitäten (Coda d’Aragosta, Cannolo, Babà – aus Eigenproduktion) geniessen, ab Mittag dann bis spätabends werden «la vera Pizza Napoletana» sowie Focacce, und diverse Salate angeboten. Alles frisch hergestellt, appetitlich präsentiert – zum Mitnehmen oder für den raschen Imbiss am Tisch.

Ein grosser Teil ist der traditionellen, bedienten Gastronomie gewidmet, in der die beiden grossen P’s zelebriert werden: Pizza (natürlich aus dem mit Buchenholz beheizten Ofen) und Pasta – ergänzt durch Fisch- und Fleischspezialitäten. Klar, dass auch Vegetarier und Veganer das für sie genau Passende finden werden. Als Küchenchef wurde der junge Italiener Federico Pinelli (29) verpflichtet, der während viereinhalb Jahren beim Schweizer Anton Mosimann (kochte unter anderem für diverse Mitglieder des englischen Königshauses) im Londoner Mosimann Dining Club gearbeitet hat – seit 2016 als Head Chef. Er wird sich im Più nun wieder mehr auf seine italienischen Wurzeln rückbesinnen.

Für die Architekturplanung, die zwölf Monate in Anspruch genommen hat, war die Zürcher Firma Nader Interior AG unter der Leitung von Leslie Nader zuständig. Für Konzept, Speise- und Getränkeangebot sowie Eröffnung zeichnet Rudi Bindella jr. (39), der älteste Sohn von Unternehmensleiter Rudi Bindella sen., und sein Team verantwortlich. Die Gemälde stammen vom deutschen Künstler Ralph Fleck, dessen kraftvolle Bilder viel zur Harmonie des Innenraums beitragen.

Wohl DER Hingucker im Più Schiffbau sind 13 Modellschiffe aus den 1960er- und 1970er-Jahren, die von französischen Antiquitätenmärkten stammen und in der Schweiz liebevoll restauriert worden sind. Dies als Reverenz an die neben dem Ristorante gelegene Schiffbauhalle, in der im letzten Jahrhundert mehr als 600 Schiffe gefertigt wurden, von denen noch zwei («Stadt Zürich» und «Stadt Rapperswil») auf dem Zürichsee im Einsatz sind.