Seit über 50 Jahren wird Kolumbien von bewaffneten Konflikten zerrissen. Im Jahr 2016 unterzeichneten die Regierung und die FARC-Guerilla ein Friedensabkomment. «Dennoch sind die Herausforderungen bei der Schaffung eines dauerhaften Friedens gross und die Anwendung von Gewalt ist nach wie vor eine weit verbreitete Form der Konfliktlösung,» sagt Mathilde Defferrard, COMUNDO-Landesprogrammverantwortliche. «Um zum Aufbau einer gerechteren Gesellschaft beizutragen, arbeiten wir in Kolumbien mit Organisationen wie CINEP (Centro de Investigación y Educación Popular) zusammen, die sich seit Jahrzehnten an lokalen Friedensinitiativen beteiligt.» Mit Unterstützung von Karen Pfefferli, Spezialistin für Entwicklung und internationale Beziehungen, will die Organisation nun als Kompetenzzentrum für Mediation anerkannt werden und in einem Pilotprojekt lokale Mediatoren/-innen ausbilden, die bei Konflikten zwischen verschiedenen Akteuren vermitteln. Der Aufbau des Mediationsprogramms wird von der Schweizer Botschaft mitfinanziert und neben COMUNDO auch von Swisspeace unterstützt.

Engagement an der Basis
Karen Pfefferli konnte bereits viele Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit sammeln. Die letzten zwei Jahre war sie für eine NGO in Genf tätig, die sich auf UNO-Level für die Rechte indigener Völker einsetzt. «Nun freue ich mich darauf, mich stärker an der Basis, im direkten Kontakt mit betroffenen Gemeinschaften zu engagieren und Prozesse anzustossen, in denen wir gemeinsam lernen können», sagt die 30-Jährige. «Ich bin überzeugt, dass Entwicklungen, die auf lokaler Ebene angestossen werden, am wirkungsvollsten sind.» Das hat Karen Pfefferli auch bei einem sechsmonatigen Praktikum in Kolumbien beobachtet, das sie im Rahmen ihres Studiums absolvierte und in dem sie bereits mit ethnischen Minderheiten gearbeitet hat.

(Photo: Marcel Kaufmann, COMUNDO)