Mit seinem Erfolg ist Daniel Gerber von der Ammann Elektro AG in Horgen nicht nur ein Aushängeschild für den Zürichsee, sondern auch für unser einzigartiges duales Bildungssystem. Dieses ist ein zentraler Grundpfeiler für die Wettbewerbsfähigkeit und den Erfolg der Schweizer Unternehmen.

Deshalb engagiert sich auch die Standortförderung Zimmerberg-Sihltal seit Jahren, um die gesellschaftliche Akzeptanz dieses Systems weiter zu fördern. Daniel Gerber ist der beste Beweis dafür, dass sich diese Arbeit lohnt!

Zurich Park Side hat mit dem Gewinner ein Interview geführt.

Daniel Gerber, seit dem Wochenende sind Sie wieder zu Hause nach Ihrem grossen Erfolg in Budapest. Wie geht es Ihnen?
Es geht mir gut, ich bin aber müde, erschöpft und auch etwas zerstreut. Das Ganze zu verarbeiten braucht Energie – vor allem psychisch. Und geschlafen habe ich auch nicht viel in den letzten Tagen.

Sie wurden bei Ihrer Rückkehr wohl auch ziemlich überrannt...
Das stimmt. Ich bin überwältigt von den vielen positiven Reaktionen aus meinem Umfeld und der ganzen Schweiz. Unser Berufsverband, das ganze Team meines Arbeitgebers Ammann Elektro in Horgen und mein persönliches Umfeld – alle haben einen Empfang oder ein spezielles Willkommen für mich vorbereitet. Und dann sind da noch die vielen Anfragen der Medien. Einfach unglaublich!

Ihnen ist an den Berufs-Europameisterschaften letzte Woche ja auch ein fast perfekter Wettkampf gelungen. 796 von 800 möglichen Punkten haben Sie erreicht. Was bedeutet Ihnen der Titel «Best of Europe»?
Es ist für mich eine Bestätigung, dass es sich lohnt zu kämpfen und nie aufzugeben. Nie! Ich freue mich wahnsinnig über die Auszeichnung. Und meinem Umfeld bin ich extrem dankbar für die Unterstützung.

Wie haben Sie sich auf die «EuroSkills» vorbereitet?
Ich habe in den letzten zwei Jahren mit geführten Trainingscamps und Kursen darauf hingearbeitet – oft in speziellen Räumen der Feller AG in Horgen. Zusätzlich optimierte ich meine Fähigkeiten bei der Arbeit in meiner Lehrfirma und bei Trainingseinheiten in meiner Freizeit.

Und ihr Arbeitgeber Ammann Elektro hat Sie immer unterstützt?
Und wie! Mein Chef Roger Ammann hat mir viele der insgesamt 50 bis 60 Trainingstage bezahlt frei gegeben. Und das Team hat während meiner Abwesenheit meine Aufgaben zusätzlich erledigt. Es haben einfach alle mitgeholfen, sonst wäre die Teilnahme an den «EuroSkills» gar nicht möglich gewesen. Der Support war mega.

Ursprünglich wollten Sie ja einen ganz anderen beruflichen Weg gehen...
Ja, ich wollte eigentlich Profi-Skifahrer werden. Neben meiner Elektrikerlehre habe ich zu Beginn intensiv im regionalen Leistungszentrum Hoch-Ybrig trainiert.

Doch dann mussten Sie diesen Weg verlassen...
Ja. Als ich 17 war, erkrankte ich an akuter Leukämie und musste zwei Jahre lang eine Chemotherapie über mich ergehen lassen. Ich war dem Tod sehr nah. Aber ich habe den Krebs überstanden und bin nun stärker als zuvor.

Welches sind Ihre nächsten Ziele?
Ich bleibe bei Ammann Elektro und mache ab Dezember eine Weiterbildung zum Elektroprojektleiter Installation und Sicherheit. Darauf freue ich mich schon!

(Photo: zvg)