Unter der Leitung des Herrlibergers Ulrich Stüssi spielen rund 40 junge Berufsmusiker und Musikstudenten anspruchsvolle Werke vom Barock bis zur Romantik. Dazu gehören Frühlingsklänge von Vivaldi, ein Brandenburgisches Konzert von Bach, die Suite von Holberg sowie das verzaubernde Klarinettenkonzert von Mozart. Stets ins Programm des Orchesters vom See gehört auch ein Werk von Fritz Stüssi, dem Grossvater des Dirigenten Ulrich Stüssi. Die Werke des «Musikkönigs am Zürichsee» (1874 – 1923), der in Wädenswil lebte und dort auch als Dirigent und Organist arbeitete, verschwanden nach seinem frühen Tod in einem Keller. 1979 rettete ein Nachkomme die 130 Kompositionen in die Zentralbibliothek Zürich.

Als Ulrich Stüssi (Bild unten), ehemaliger Flugzeugingenieur und Unternehmensführer, sich mit über 60 Jahren seinen Traum vom eigenen Orchester erfüllte, erweckte er die Werke seines Grossvaters zu neuem Leben. Es ist denn auch eines seiner Ziele, mithilfe seines Orchesters das Werk seines Grossvaters den Musikfans rund um den Zürichsee, aber auch schweizweit bekannt zu machen. Es sind harmonische Werke im spätromantischen Stil mit tiefem Ausdruck und warmen Klängen.

Ein weiteres Ziel des Orchester-Gründers Ulrich Stüssi ist die Förderung junger Musiker. «Das Orchester vom See bedeutet für Musikstudenten eine tolle Möglichkeit, Orchester- und Konzert-Erfahrungen zu sammeln», erzählt die erste Flötistin Anina Thür (Bild), die seit den Anfängen des Orchesters im Jahre 2011mitspielt. Eine Chance für junge Musiker sind insbesondere Solo-Auftritte: Das Klarinettenkonzert von Mozart im Mai, interpretiert vom 29-jährigen Yoshua Fortunato, wird ein Hochgenuss werden.