COLDER – THOMAS FLECHTNER
La Chaux-de-Fonds bei Nacht. Die Jurastadt (...) im kalten Winter, bei Schnee. Alles zeugt von menschlicher Tätigkeit. Spuren, Vorrichtungen, Geräte, Architektur –, aber es ist, als hätten alle gleichzeitig Pause. Die Maschine Stadt läuft, läuft weiter, auch wenn ihre Erzeuger schlafen. Thomas Flechtner lebt seit ein paar Jahren in der Nähe. Wie er sich in einigen anderen Arbeiten der Landschaft im Schnee, dem Winter aussetzt, so setzt er sich hier mit der Stadt im Winter auseinander.
Der Stadtkörper verwandelt sich in den Fotografien von Flechtner in einen Spiegel für Inneres, für unterschiedliche Gefühle und Stimmungen, wird zur Seelenlandschaft. Hochstimmung und Niedergeschlagenheit, Aufatmen und Beengung, vertraut und bedrohlich zugleich – das und mehr sind die Atmosphären, die aufscheinen. Sie alle müssen sich vor der Reinheit und Kälte und Stille des Schnees bewähren, sie alle sind gemeinsam verschoben worden, in Richtung: Colder – wo es ernst gilt.
Urs Stahel (Auszug aus dem Vorwort der Publikation «Colder», Verlag Egli.Kunz&Partner).

Thomas Flechtner, La Chaux de Fonds 1996–2000, C-Print, 100 x 80 cm, Edition 3 & 1 AP.

Thomas Flechtner, La Chaux de Fonds 1996–2000, C-Print, 100 x 80 cm, Edition 3 & 1 AP.

Thomas Flechtner, La Chaux de Fonds 1996–2000, C-Print, 100 x 80 cm, Edition 3 & 1 AP.

Thomas Flechtner, La Chaux de Fonds 1996–2000, C-Print, 100 x 80 cm, Edition 3 & 1 AP.

 

JOURS BLANCS – FRANÇOIS SCHAER
Der Schweizer Fotograf François Schaer interessiert sich für die Anwesenheit des Menschen in Berglandschaften. Das Leitmotiv seiner Fotoserie ist Schnee. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat der Wintersport die Identität der Alpen wesentlich geprägt. Skipisten haben die Landschaft gezähmt: Zäune, Pfosten, Lawinenbarrieren, Liftanlagen, Berghütten. Die Zeichen menschlichen Eingreifens sind nicht zu übersehen. Mit bewusstem Bezug auf die Romantik des 19. Jahrhunderts zeigen Schaers Bilder von Skihängen die Originalität einer «neuen Gegenwartslandschaft». Seine Aufmerksamkeit gilt der ihnen innewohnenden Ästhetik, ja außerordentlichen Schönheit. Schaers Fotografien sind weit davon entfernt, die Ausbeutung der Berge zu verurteilen. Jours Blancs gewährt einen Blick hinter die Kulissen auf das mittlerweile vertraute Schauspielensemble, das die Verwandlung der Berge stets in Betrieb hält: Pistenraupenfahrer, Liftführer, Bergwacht, Wissenschaftler, Skilehrer.

François Schaer, Jours Blancs, Zermatt, 2013m, 100 x 100 cm, Edition 5 & 2 AP, Archival Pigment Print.

François Schaer, Jours Blancs, Verbier, 2011, 100 x 100 cm, Edition 1 von 7 & 1 AP,  Archival Pigment Print.