«Von sogenannter Konzept-Kunst bin ich weit entfernt. Meine Werke entstehen, weil ich gerne male – als sinnliche, ein Stück weit auch als meditative Tätigkeit», erklärt Ueli Bär. Zum zweiten Mal stellt der Küsnachter Kunstmaler seine Werke in der Galerie Höchhuus aus, zuletzt 2007, als er den Küsnachter Kulturpreis erhielt. Bär mag die Abwechslung und lässt sich vom Leben oder von den eigenen Gedankengängen gerne überraschen. Aus diesem Grund hat er auch den Titel «Vielleicht findet mich einmal, was ich suche» für die aktuelle Ausstellung gewählt. Bär ist bewusst offen für Überraschungen, auch wenn er – unbewusst – gewissen Ideen verfolgt, nach einem Inhalt sucht und nicht lediglich mit Farben und Formen spielt.

Das Eine ergibt das Nächste
«Die Wahl von Format, Stil und Technik hängen mit dem Leben, mit Geschehnissen zusammen», so Bär. Der Maler hat zwischen Schaffensperioden immer wieder „Krisen“ erlebt, „Tapeten gewechselt“ und Neues kreiert. Und so hat sich aus der einen Phase oder dem einen Gemälde stets ein Nächstes ergeben. Arbeitet Bär beispielsweise an einem grossformatigen Gemälde, so wird das nächste wieder in Kleinfomat ausfallen. Ist das eine Bild eher einem realistischen Stil zuzuordnen, ist ein anderes eher abstrakt. Auch wenn Bär in seiner über 50-jährigen Karriere als Maler verschiedene Stilrichtungen während einer längeren oder auch kürzeren Phase ausprobiert hat, wollte er sich nie auf einen Stil festlegen. Dasselbe gilt für die Technik: «Ich überlege mir jeweils, mit welchen Materialien ich am besten das zeigen kann, was mich gerade beschäftigt», erklärt er.
Gefällt dem Künstler ein Werk von früher nicht mehr, überarbeitet er es wieder – ein- oder mehrmals. Doch allen seinen Bildern gemein ist die Farbenpracht: Kräftige Farben verleihen den dargestellten Formen und Sujets Schwung. Auch wenn man dies im Schaffen von Bär als Regel ansehen kann, so gibt es in der Galerie Höchhuus eine Ausnahme – oder besser gesagt – eine Überraschung: Eine Serie schwarz-weisser Tusch-Zeichnungen. Bär ist nämlich Fan der japanischen Zen-Malerei: «So abstrahiert zeichnen können, und gleichzeitig etwas auf den Punkt bringen, ist eine grossartige, inspirierende Fähigkeit.»

Seit Jugend vom Malen und der Musik begeistert
Kandinsky, Klee und Miró haben den damals 12-jährigen Stadtzürcher Ueli Bär (1939) angesprochen. Er besuchte die Kunstgewerbeschule Zürich und absolvierte eine Lehre als Grafiker. Ein zweijähriger Aufenthalt in Südamerika – unter anderem bei abgelegenen Indiostämmen – gab seinem Leben und seinem Kunstschaffen neue Impulse. Seit dem Ende der 1960er Jahre nahm er regelmässig an Einzel- und Gruppenausstellungen teil. Bär wurde freiberuflicher Kunstmaler und Musiker. Musik ist sein zweites Standbein, das er seit seiner Jugend mit seinem Saxophon pflegt und auch damit gerne improvisiert. Während der 1980er Jahre fand Bär wertvolle Kunstpausen auf einer Bündner Alp, wo er jeweils im Sommer die Bauern als Knecht unterstützte. Seit 1992 lebt Ueli Bär in einem kleinen Stück Idylle in Küsnacht und ist im selben Jahr auch dem Küsnachter Kunstverein Artischock beigetreten.