Rolls-Royce bringt das Boot ohne Brücke

Schiffsmotoren baut Rolls-Royce schon lange, genauso wie Autos und Flugzeug-Triebwerke. Neu im Portfolio der britischen Edelmarke ist nun auch eine Superyacht.

Die 61 Meter lange Crystal Blue, so heisst das Konzept-Boot, schwimmt in diskretem Monochrom-Design daher, denn sie soll - wie ein Rolls-Royce auf der Strasse - nicht protzig auffallen, hiess es anlässlich der Vorstellung kürzlich in Amsterdam. Sehr speziell an diesem Boot-Konzept ist die Kommando-Brücke, die sich nicht hoch oben, sondern im Schiffsinnern befindet. Das aus zwei Gründen: 1. bietet die traditionelle Brücke naturgemäss den besten Panoramaausblick auf dem ganzen Boot - der Kapität muss ja etwas sehen. Diese Aussicht soll hier aber den Passagieren vorbehalten bleiben. Kameras übertragen die Rundumsicht auf die Steuermann-Monitore im Schiffsbauch. Und 2. will man so verhindern, dass das Boot gekapert werden kann, weil die Brücke vor Eindringlingen gut versteckt und geschützt ist. Sollte es irgendwelchen Bösewichten trotzdem gelingen, gibt es für die Passagiere und die Crew einen «Panic-Room» in den sie sich einschliessen und das Boot von dort aus steuern können.

Die Crystal Blue ist aber nicht das erste Boot, das Rolls-Royce ins Wasser brachte. 2013 präsentierten die Briten das Sportboot Aeroboat V12, angetrieben von einem mächtigen Rolls-Royce V12 Merlin-Motor. Der Edelflizer verfügt über eine absenkbare Bade-Plattform am Heck für einfachen Ein- und Ausstieg, zwei Kabinen, Toilette, Dusche und eine gut ausgestattete Kombüse. Eine Garage im Heck bietet Platz für ein kleines Beiboot oder zwei Jet Skis.

 

Diesen Porsche gibt es nur sieben Mal

Die Porsche-Superyacht wird nicht von Porsche-Designern, sondern von der französischen Bootswerft Dynamiq kreiert. Die Dynamiq GTT 115 - das erste von sieben Exemplaren ist im Bau - kostet 16 Mio. Dollar und ist 35 Meter lang.

Das Hybrid-Boot ist komplett aus Aluminium gefertigt und soll eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 40 km/h (21 Knoten) erreichen. Die Reichweite von 3400 Nautischen Meilen reicht für einen Trip von Monaco nach New York. Den Passagieren stehen vier Kabinen zur Verfügung und natürlich gibt es einen Pool und eine grosse Sonnenliege. Das Interieur wurde von Minotti kreiert und besteht aus viel Leder, Marmor und Karbon.

 

Mercedes S-Klasse fürs Meer

Zusammen mit der englischen Bootswerft Silver Arrow Marine baut Mercedes zur Zeit den Prototyp ihres Arrow460-Granturismo. Das Boot soll die Mercedes-Benz-Design-Philosophie aufs Wasser bringen und dank einer 960-PS-Motorisierung bis zu 40 Knoten (knapp 75 km/h) schnell sein. Gesteuert wird die Yacht über ein «Twin Disc Express Joystick System» und wenn es den Passagieren zu heiss wird, lassen sich die Scheiben elektronisch abdunkeln. Der lange Bug und die Silhouette sollen an den SLS AMG Roadster oder an den 300 SL aus dem Jahre 1954 erinnern. Na ja...

 

Das Powerboat für den Gentleman

Vor gut einem Jahr hat Aston Martin die AM37S auf den Markt gebracht. Ein Supermotorboot mit einer Maximalgeschwindigkeit von 100 km/h. Das 37 Fuss (11,1 Meter) lange Geschoss bietet Platz für bis acht Personen, zwei können auch an Bord übernachten, und verfügt über allen erdenklichen Luxus - wie man das von Aston Martin natürlich erwarten darf. «Mood lighting», Klimaanlage, Kühlschrank, Mikrowelle, Kaffee-Maschine sowie eine Bord-Toilette garantieren höchsten Komfort.

Mehr Infos und Bilder im SEESICHT-Blog

Und das Video dazu:

Aston Martin taucht ab

Als einziger Autobauer ist Aston Martin auch im U-Boot-Geschäft aktiv. Zusammen mit der Triton Submarines LLC wollen die Briten unter dem Codenamen Project Neptune ein Aston Martin-U-Boot bauen. «Mit der Performance, Schönheit und Eleganz die man von uns erwartet», teilten die Verantwortlichen im Herbst 2017 mit. Viel mehr als eine Visualisierung des Dreimann-U-Bootes gibt es allerdings noch nicht.

 

Dreimal Bugatti-Boot, bitte!

Bugatti will «Speed Lovers» und «Yachting Enthusiasts» auch auf dem Wasser ansprechen. Zu diesem Zweck wurde zusammen mit Palmer Johnson, dem weltweit grössten Yacht-Hersteller, eine ganze Boot-Serie entwickelt. Sie heisst Niniette und besteht aus drei schnellen, eleganten Modellen in den Längen von 12, 20 und 26 Metern. Alle sind gleich schnell, nämlich knapp 70 km/h, und alle werden individuell und von Hand gefertigt. Zu einem Preis ab 3,5 Millionen Dollar und einem Jahr Wartezeit. Dafür gibt es ein offenes Cheminée Mittschiffs und ein Jacuzzi im Heck, ein Cockpit wie aus einem Sciene-Fiction-Film und ein Top-Interieur.

Ganz schön gross. Im Bild ein Bugatti Veyron, 4,482 Meter lang und 431 km/h schnell. Dahinter die Bugatti Niniette 66, etwas mehr als 20 Meter lang und 70 km/h schnell.

 

(Quellen: Architectural Digest und Hersteller, Bilder: zvg Hersteller)