«Während Jahrhunderten hat der Händler sein Warenangebot nach Materialien, Herkünften und Fertigungstechniken gruppiert. Wir gehen dagegen vom Kunden aus. Der neue Globus ist um das Einkaufserlebnis gebaut», verkündete der damalige Globus-Unternehmensleiter Peter Kaufmann in der Eröffnungsrede am 13. September 1967. Was heute selbstverständlich klingt, war damals eine Sensation im Schweizer Detailhandel und zog Fachleute aus der ganzen Welt an. Seine Vision der «Erlebniswelten» verwirklichte Kaufmann mit dem Schweizer Architekten Karl Egender. Die Struktur des Neubaus war bestechend einfach: Sie bestand aus sieben Ebenen, den Bühnen für die sieben Erlebniswelten – «Delicatessa», «Varia» (Accessoires, Parfümerie, Papeterie), «Madame», «Monsieur», «Belménage» (Haushalt), «Intérieur» (Einrichten) und «Kinderland». Ein besonderer Wurf war mit der Delicatessa gelungen. Mit meisterhaft inszenierten Frischprodukten und Spezialitäten wurde die neue Abteilung bald zur Attraktion des Hauses.

Die Fischabteilung der Delicatessa von 1967: fast wie auf einem Fischmarkt – ein Einkaufserlebnis.

In den Erlebniswelten fanden die Kunden an einem Ort, was sie im Alltag benötigten. Bei «Madame» das kleine schwarze Abendkleid mit den dazu passenden Schuhen, dem Schmuck, den Handschuhen und der Abendtasche. Bei «Intérieur» das Esszimmer im Landhaus-Stil, den Tisch komplett gedeckt bis hin zu den Kerzen, alles bezüglich Farbe, Stil und Design liebevoll durchkomponiert. Aber erst die Gesamtkomposition von Ware, Ambiance, Bühne und Kundenservice vermittelte das, was Peter Kaufmann unter «Einkaufserlebnis» verstand. Es bot seinen Kundinnen und Kunden einen Mehrwert; Globus verkaufte Ideen und wurde damit zum «Ideenhaus». Dieses Konzept forderte damals 40 Dekorationsgestalter und 3 Haus-Stylistinnen heraus. Sie hatten die Welten regelmässig neu zu inszenieren und setzten bezüglich Ästhetik und Geschmack Massstäbe. Die Erlebniswelten an der Zürcher Bahnhofstrasse verschafften Globus ein einzigartiges Image und internationales Ansehen und machten Globus zu dem Globus, wie man ihn heute kennt. Auf diesem Fundament wird zurzeit an einem Globus des digitalen Zeitalters gebaut.

In der Globus-Erlebniswelt «Madame» fand die Kundin ab 1967 alles beisammen, vom Hut bis zum Schuh.

Seit dem 4. September 2017 gibt es Jubiläumsangebote, Spezialeditionen und im Restaurant ein neu interpretiertes Menü wie vor 50 Jahren. Am 11. September fand das Deli-Dinner mit Rico Zandonella statt, dem Koch des Jahres. Und an den offiziellen Geburtstagsfeierlichkeiten vom 14. bis 16. September gabs für die Kundinnen und Kunden Überraschungen vor dem und im Haus.